Historie

Vorwort

Die Zahl der Gründungsmitglieder, die die 50 jährige Geschichte des Vereins von Beginn an miterlebten ist zum heutigen Zeitpunkt auf eine Person geschrumpft.

An dieses und jenes kann man sich noch erinnern. Hier und da weiß der eine oder andere noch etwas aus früheren Zeiten zu berichten. Doch immer öfter kommt es dann vor, dass die Erinnerungen etwas verschwommen wiedergegeben werden. Unser 50-jähriges Jubiläum war für mich Anlass genug, die Entwicklung unseres Vereins chronologisch aufzuarbeiten.

Auf der Jubiläumsfeier am 16. April 2000 wurde diese kleine Geschichte unseres SV-Vereins den Gästen und Mitgliedern vorgetragen. Hier liegt nun die Chronik über 50 Jahre Vereinsgeschichte vor.

Dem Schäferhundverein Hannover-Mitte, in dem ich seit dem Jahre 1994 als erster Vorsitzender amtiere, wünsche ich für die Zukunft weiterhin Erfolg und Freude in Ausbildung und Zucht des Deutschen Schäferhundes.

Helmut Runksmeier ( bis 12.01.2008 )
1. Vorsitzender SV Hannover-Mitte

Rede des 1. Vorsitzenden zum 50-jährigen Jubiläum

Die Entstehung der Ortsgruppe Hannover-Mitte habe ich zu einem kurzen Rückblick zusammengefasst. Sie wurde gegründet durch die Sportfreunde Walter Freytag, Willi Behrens, Otto Decker, Erwin Rentrop und Walter Voigt. Bruno Demski war bei der Gründung mit anwesend und ich glaube, er ist der Einzige, der noch unter uns weilt.

Die Mitgliederliste der Gründungsversammlung vom 28.03.1950 beinhaltet folgende Namen: Walter Freytag, Otto Decker, Bruno Steding, Erwin Rentrop, Willi Behrens, Bruno Demski, Hans Gorky, Adolf Meier, Max Hachler, Karl Ortsiefer, Walter Michael, Paul Jahn, Bernhard Bothe, Dr. Rudolf Palmer, Gerlith Behrens, Ilse Sieken, Heinz Becker. Die Geschicke des Vereins in den letzten Jahren leiteten als Vorsitzende Walter Freytag, Willi Behrens, Erwin Rentrop, Fritz Lange, Helmut Güttner, Herbert Papenberg, Friederich Hübener und Helmut Runksmeier.

Herr Güttner war viele Jahre als I. Vorsitzender im Amt. Wegen seiner schweren Erkrankung im Jahr 1981 musste er dieses Amt aufgeben. Bis zu seinem Ableben im Jahre 1984 stellte er sich weiter dem Verein mit Rat und Tat zur Seite. Sein fachlicher und persönlicher Rat war auch in der Landesgruppe sehr geschätzt. Hier in der Landesgruppe war er im Ehrenrat tätig. Als Nachfolger übernahm Herbert Papenberg das Amt als l. Vorsitzender. Herr Papenberg begleitete dieses Amt in den Jahren von 1973 bis 1985. Mit viel Engagement und hohem persönlichen Einsatz setzte er sich für die OG Hannover-Mitte ein. Sein Name ist verbunden mit dem Ausbau der neuen Platzanlage und des Vereinsheimes. Er arbeitete unermüdlich an der Ausgestaltung der Außenanlage des Übungsplatzes.

Herr Friedrich Hübener übernahm den Vorsitz der OG Hannover-Mitte von 1985 bis zu seinem plötzlichen Tod im Jahre 1994. Seit seinem Eintritt hat er sich in besonderer Weise der OG stets zur Verfügung gestellt. Die Bereitschaft, den Vorsitz zu übernehmen, erscheint wie eine innere Logik seines Werdeganges innerhalb der Ortsgruppe; sie dokumentiert gleichzeitig seine verantwortungsvolle Haltung und seine stete Bereitschaft gegenüber der OG. Auch er hat in seiner langjährigen Zugehörigkeit zum Verein diesen geprägt und geformt. 1980 wurde er mit dem Ehrenabzeichen und für seine 25 jährige Zugehörigkeit zum SV geehrt. Drei Jahre zuvor wurden seine Verdienste durch eine 20 jährige Amtsführung gewürdigt. Viele Jahre war er Mitglied des Landesvorstandes.

Das Ehrenmitglied Herr Walter Voigt gehörte zu den 18 Gründungsmitgliedern der OG Hannover-Mitte. Sein Interesse galt nicht nur dem Aufbau und der Konsolidierung des Vereins, sondern auch der Arbeit mit dem Hund, was die vielen Prädikate und Auszeichnungen, die er im Laufe seiner aktiven Zeit erhielt, beweisen. Während seiner 35-jährigen Zugehörigkeit hat er sich der OG immer zur Verfügung gestellt; er war stets zur Stelle, wenn er gebraucht wurde. Für ihn war es Pflicht und Ehre zugleich, sich den vielfältigen Aufgaben zu stellen. Aufgrund seines großen und überreichen Fachwissens hatte sein Wort auch bei den jungen und neuen Mitgliedern Gewicht; sein Urteil wurde anerkannt und geschätzt. Seine großzügigen Unterstützungen in all den Jahren belegen seine innere Verbundenheit mit der OG Hannover-Mitte.

Unser Ehrenmitglied Heinz Kirchhof gehörte der OG von 1966 bis 1991 an. Er hat sich beim Aufbau der neuen Platzanlage gestellt und war jederzeit für Vorschläge und Arbeiten ansprechbar. Die unendlichen vielen Schweißnähte innerhalb und außerhalb des Vereinsheimes tragen seine Handschrift.

Auch unser Ehrenmitglied Gertrud Dreier möchte ich nicht vergessen, die viele Jahre als Schriftführerin die OG Hannover-Mitte betreute.

50 Jahre OG Hannover-Mitte ein Rückblick

Anliegen des Rückblicks ist es, vor allem den jüngeren Mitgliedern die Geschichte und damit die Vergangenheit unserer Ortsgruppe aufzuzeigen.

Am 28. März 1950 hoben vormalige Mitglieder der OG Hannover 03 und andere Hundefreunde die OG Hannover-Mitte aus der Taufe. 18 Freunde des Deutschen Schäferhundes fanden sich in der Gaststätte Pelikan in der Podbielskistraße zusammen, um die Ausbildung der Hunde zu Schutz- und Gebrauchshunden zu betreiben, aber auch um die Gesunderhaltung der Mitglieder zu fördern durch die mit der Ausbildung eng verknüpften Leistung und körperlichen Betätigung mit dem Hund. Gründer und Mitglieder begannen unter schweren Bedingungen. Die ersten Monate und auch Jahre waren eine Zeit harter Arbeit. Nicht nur um die Anerkennung der Bezeichnung „Hannover-Mitte" musste gerungen werden, es stand kein eigener Übungsplatz und auch kein Ort der Begegnung außerhalb der Arbeit mit dem Hund zur Verfügung.

Die Versammlungen mussten zunächst im Klubheim auf dem Odin-Sportplatz abgehalten werden und fanden später in der Gaststätte Meyer (Pickerts Garten) statt. Dennoch! Die Nachkriegszeit und die damit verbundenen finanziellen Auswirkungen sowie Schwierigkeiten schweißte alle zu einer Gemeinschaft zusammen. Der Anstieg der Mitgliedschaft innerhalb des ersten Jahres auf die stattliche Zahl von 61 unterstrich das Engagement des ersten Vorstandes und der Förderer der Ortsgruppe.

Dank der Initiative und Unterstützung des Gründungsmitgliedes Walter Voigt und der Hilfe von Herrn Rinaldi konnte der ehemalige 06-Platz der Spielvereinigung Niedersachsen-Döhren zu einer Jahrespacht gemietet werden. Trotz der finanziellen Belastung hatte die OG nunmehr einen eigenen Übungsplatz. Die Ausbildung der Hunde konnte intensiviert, die Gestaltung des Platzes in Angriff genommen werden. Das 12 000 m2 große Gelände wurde eingezäunt, das Großtor eingebaut und 1954 eine Baracke angekauft, die das OG-Heim wurde. Die Arbeit im Verein riss nicht ab. Eigenarbeit der Mitglieder war gefragt. Ohne die großzügige Unterstützung durch den ersten Vorsitzenden, zahlreichen Spenden und zinsloser Darlehen von Mitgliedern wären viele Vorhaben nicht zustande gekommen.

Es wurden dann Gespräche mit der Stadt Hannover aufgenommen, um der Ortsgruppe ein Gelände (heutiger Standort) zu einem annehmbaren Mietpreis zuzuweisen. Neue Schwierigkeiten: Die Planungsabteilung der Stadt äußerte Bedenken wegen evtl. Belästigung der Angler und künftiger Kleingärtner durch die Hunde. Dann galt es, die Auflage der Stadt zu realisieren, das 7 700 m2 große Platzgelände mit ca. 5 000 m3 Füllmaterial aufzuschütten. Der Einsatzwille und die Arbeitskraft der Mitglieder waren nicht nur an dieser Stelle gefordert. Die Geduld und das Verständnis der Verantwortlichen der OG und der sich engagierenden Mitglieder wurde arg strapaziert. Nun war der Bebauungsplan in einem der vielen stellungsnehmenden Ämter abhanden gekommen. Immer neue Hindernisse türmten sich auf. Die Einzäunung des Platzes musste sicher- und wurde bis auf das Einsetzen der Tore fertiggestellt. Es galt, die Bauverwaltung von der Notwendigkeit der Erstellung eines Vereinsheimes zu überzeugen.

Auch das wurde erreicht! Doch neue Schwierigkeiten unterbrachen den Fortgang der Arbeiten. Für das angewiesene Gelände lag keine Baugenehmigung vor. 1978 erfolgte endlich eine vorgezogene Genehmigung durch die Bezirksregierung Hannover, so dass dem Auf- und Ausbau nichts mehr im Wege stand. Endlich konnte mit den Planierarbeiten, der Befestigung des Parkplatzes und dem Bau des Vereinsheimes begonnen werden. Heute klingt dies alles einfach und folgerichtig. Die Beteiligten wissen um die immer neuen Sorgen bei den vielen Sitzungen, um die Aufregungen, Befürchtungen und Spannungen. Ungelöst schien die Finanzierung; mit welchen Spenden war zu rechnen, welche Materialien und Arbeitsleistungen waren zu erwarten? Der Umzug im Jahre 1981 markierte gewissermaßen einen Einschnitt in die Geschichte der OG. Viele der bis dato aktiven Mitglieder zogen sich auch aus Altersgründen vom aktiven Tun zurück. Der 1. Vorsitzende gab nach 22 jähriger Tätigkeit sein Amt aus gesundheitlichen Gründen ab. Durch den Zugang neuer und auch junger Mitglieder veränderte sich das Gefüge des Vereins. Auf sportlicher Seite richtete sich nun das Hauptaugenmerk auf die Konsolidierung der Ausbildung der noch vorhandenen Hunde und ihrer Führer. Hoffnungsvolle Tiere ließen erwarten, dass die Zeit der Stagnation bald überbrückt werden konnte. Der Ausbau des Vereinsheimes wurde weitgehend vollendet, die Boxenanlagen fertiggestellt, die Überdachung der Terrasse wurde fertig und die Außenanlagen in einen sehenswerten Zustand versetzt.

Zu benachbarten Vereinen und den hannoverschen Vereinen im SV und Umgebung wurden Kontakte gesucht und gepflegt. So waren Beteiligungen an Schützenausmärschen und anderen Veranstaltungen im Stadtteil Döhren selbstverständlich. Anklang und Zustimmung fanden die internen Veranstaltungen, die seit Gründung der OG gepflegt wurden. Es war für die Ortsgruppe Hannover-Mitte eine glückliche Fügung, in dem langjährigen 1. Vorsitzenden und Ehrenvorsitzenden Herrn Helmut Güttner, einen Mann zu gewinnen, der mit Geschick, Ausdauer und Einfallsreichtum dem Verein auch in schwierigen Zeiten Impulse und Hoffnung zu geben in der Lage war. Mit viel Engagement führte sein Nachfolger, Herr Herbert Papenberg, sein Werk fort.

Ausdauernder Fleiß und gemeinsame Interessen der Mitglieder haben in kürzester Zeit das wüste Brachland in eine großartige Anlage verwandelt. Großzügige Sach- und Geldspenden vonseiten einzelner Mitglieder trugen dazu bei. Von besonderer Bedeutung in den vergangenen Jahren war die Haltung der Frauen, die aktiv und im Stillen ihren Beitrag leisteten beim Aufbau unseres Vereins. An dieser Stelle allen ein Danke! Am 16.04.1994 übernahm ich als Stellvertreter den Vorsitz in der Ortsgruppe Hannover-Mitte. Es kamen auf uns schwierige Zeiten zu, denn der gesamte Vorstand wurde in das sogenannte kalte Wasser geworfen. Als erstes stand die Pachtverlängerung für den Platz an. Aufgrund der damit verbundenen Preiserhöhung entschlossen wir uns zum Kauf des Platzes. Nachdem wir auch das letzte kritische Mitglied überzeugen konnten, begannen die Verhandlungen mit der Stadt Hannover, die uns ein Verkaufsangebot unterbreitete. Nach mehreren Verhandlungen kam uns die Stadt Hannover mit dem Vorschlag, nur das eingezäunte Gelände von ca. 7 500 m2 zu kaufen, sehr entgegen. Dank unserer Vorgänger, die sehr sparsam waren und einer großzügigen Spende von dem Gründungsmitglied Walter Freytag konnte der Kauf realisiert werden.

Bei den Mitgliedern, die sich voll in den Dienst des Vereins stellen siehe Kantine, Erziehungskurse, Schau und vieles mehr, möchte ich mich recht herzlich bedanken.

Der Dank gilt auch allen anderen Mitgliedern, die das Vertrauen in uns gesetzt haben. Ein besonderer Dank gilt der sehr guten Zusammenarbeit des Vorstandes.

Für die Dokumentation

Uwe Krause (Kassenwart)

Ab 16.04.1994 übernahm Helmut Runksmeier das Amt des 1.Vorsitzenden. Während seiner Amtszeit wurde dann 2000 das Vereinshaus renoviert, und durch einen großzügigen Sponsor 2001 eine neue Grillhütte gebaut. Unter seiner Anleitung 2004 ein Brunnen gebohrt und eine Hauswasseranlage installiert. Dank zahlreicher Spenden von Mitgliedern und Hundefreunden, sowie eines Zuschusses des Bezirksrates Döhren/Wülfel konnte unser Parkplatz ebenfalls 2004 wieder begeh- und befahrbar gemacht werden.

Sein Verdienst war es auch, dass 2005 eine sparsamere Flutlichtanlage errichtet wurde. Zu guter letzt ist es auch Helmut Runksmeier zu verdanken, dass unser Vereinshaus 2007 ein neues Dach bekam. Es wären noch viele Sachen aufzuzählen die seinen Stempel tragen. Helmut Runksmeier gibt aus gesundheitlichen Gründen im Dezember 2007 seinen 1. Vorsitz ab.

Für 14 jährige Vereinsführung danken wir einem Freund, Vereinsvorsitzenden und einem Mann, der immer für jedermann ein offenes Ohr hatte.

Dieter Chlupka ( Ab 12.01.2008 )
1. Vorsitzender des SV Hannover-Mitte